
Aachen - Mittwoch, 13.05.2009
Heimatstadt sein - Veranstaltungsreihe zum 80. Geburtstag von Anne Frank
Im Februar 1934 verließ ein junges Mädchen Aachen im Richtung Amsterdam. Die Stadt in der ihre Großmutter noch lebte, in der ihre Mutter 1916 auf der Viktoriaschule ihren Schulabschluss gemacht hatte, war, wie ganz Deutschland; keine Heimat mehr für Anne Frank und ihre Familie. Auch die Großmutter, Rosa-Holländer-Stern verließ später Aachen und folgte der Familie Frank nach Amsterdam.
Wir kennen die Geschichte dieses Mädchens, das davon träumte, Schriftstellerin zu werden gut. Wir wissen, dass sie selbst nie erleben durfte, dass ihr einziges Buch ein Welterfolg wurde.
Was wir nicht kennen, ist ihr ungelebtes Leben, die nicht geschriebenen Bücher. Es bleibt nur eine leere Stelle, die niemand anderes hätte füllen können. Noch immer bleiben die Lebensbücher vieler Millionen Kinder zum großen Teil ungeschrieben, noch immer wird Kindern weltweit das Recht genommen, ihr Leben frei von Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung zu leben.
Ausgehend von der Initiative der Schülerinnen und Schülern des Anne-Frank-Gymnasiums werden am 15. Juni 2009 vom Künstler Gunter Demnig in Aachen ‚Stolpersteine’ verlegt werden, die uns an Anne Frank und ihre Familie erinnern sollen.
Wir sollten den Hinweis der Schülerinnen und Schüler ernst nehmen: Es bringt eine Gesellschaft zu Fall, wenn sie die Rechte ihrer Kinder nicht achtet.
In diesem Sinne ist jede Veranstaltung in unserem Gedenkprogramm ein Stolperstein. Eine Gelegenheit, inne zu halten und die Mahnung mitzunehmen, dass unsere Stadt Heimat sein muss - für jedes Kind gleich welcher Herkunft oder Religion.




